Inklusion - gemeinsames Lernen

15. 09. 20
posted by: Super User
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„Gemeinsames Lernen“ bedeutet die gemeinsame Erziehung und Unterrichtung von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf an einer

„Regelschule“ wie unserer. Im „Gemeinsamen Lernen“ werden die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die im Unterrichtsalltag besondere

Hilfestellungen benötigen, in unsere Regelklassen integriert und durch zusätzliche, speziell ausgebildete Lehrkräfte (Förderschullehrer) unterstützt.

Dies geschieht natürlich in Absprache und gemeinsam mit der jeweiligen Klassen oder dem/der Fachlehrer/in. So soll den Kindern ermöglicht werden,

ihren individuellen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend erfolgreich lernen zu können.


Unser Leitgedanke lautet:
 
 Wir
 entdecken,
 lernen,
 lachen
 GEMEINSAM

 
 Dabei finde
 ICH
 meinen eigenen Weg
 
 
Ziele und Chancen des GU
Das Ziel des gemeinsamen, integrativen Unterrichts an unserer Schule ist nicht nur die sonderpädagogische Förderung des jeweiligen Kindes, sondern auch die Vermittlung weiterer Kompetenzen an alle Kinder, die weit über das Schulleben hinausreichen (im Folgenden beschrieben). Die gemeinsame Erziehung und Unterrichtung von Kindern ohne und mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat die Integration und gesellschaftliche Akzeptanz der betreffenden Kinder zum Ziel:
 
Chancen für Kinder mit Förderbedarf:
 · Kinder werden wohnortnah und gemeinsam mit anderen Kindern aus der Umgebung beschult
 · alle Kinder haben die Chance, in heterogenen Lerngruppen zu Kindern aus ihrer näheren Umgebung soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen
 · Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf dienen als Sprach- und / oder Handlungsvorbilder
 · Integration und Stärkung des Selbstbewusstseins bzw. des einzelnen Menschen in seiner Einzigartigkeit (Selbständigkeit!)
 
Chancen für Kinder ohne Förderbedarf:
 · Verschiedenheit als „normal“ empfinden und als bereichernd zu akzeptieren und wertzuschätzen
 · Lernen mit Behinderungen normal und natürlich umzugehen
 · Stärkung des Selbstbewusstseins durch die Übernahme von „Helferrollen“ und Verantwortung (sich selbst als „Experten“ erleben)
 
Chancen für die Schulgemeinschaft:
 · miteinander und voneinander lernen
 · Akzeptanz und Toleranz
 · Veränderung des Welt- und Menschenbildes
 · Stärkung der Sozialkompetenzen (Kooperation, verantwortliches und rücksichtsvolles Handeln, Einfühlungsvermögen, Umgang miteinander)
 · Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll. Er kann nicht nur „Dabeisein“, sondern das gemeinsame Leben auch durch sein Mitwirken bereichern.
 
 
Pädagogische und didaktische Grundlagen
Damit sowohl das Ziel der Integration als auch das Erreichen der Lernziele gewährleistet bleibt, achten wir darauf, dass die Anzahl der Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf in einem entsprechenden Verhältnis stehen. Die genaue Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Klasse kann aufgrund der großen Unterschiedlichkeit dieser Kinder im Verhalten nicht pauschal festgelegt werden.
Da vor allem die Förderung von Kindern mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ den Aufbau von verlässlichen Beziehungen erfordert, sind wir um eine möglichst durchgängige Betreuung bemüht, um sinnvolle sonderpädagogische Interventionen zu ermöglichen. Eine punktuelle „Förderung“ ist nicht sinnvoll.
Um dem heterogenen Leistungsprofil einer integrativen Klasse gerecht zu werden, streben wir eine möglichst weitgehende Doppelbesetzung durch Grundschullehrerin und Sonderschullehrerin an. So kann der Unterrichtsalltag durch das Team flexibel und individuell organisiert werden. Denn gerade Formen kooperativen Lernens, offene Unterrichtsformen sowie projektorientiertes Lernen eignen sich für das gemeinsame, aber individualisierte Lernen.
Die Förderung der „GL-Kinder“ beruht an unserer Schule stets auf individuellen Förderplänen, die der/die Förderschullehrer(in) erstellt. Gemeinsam mit der jeweiligen Klassenlehrerin entscheidet sie, wie die Förderung des einzelnen Kindes umgesetzt werden kann. Dabei gibt es bei uns verschiedene Organisationsformen:
 
· GL im Klassenverband: Die Förderschullehrerin ist für eine gewisse Stundenzahl mit der Klassenlehrerin im Klassenraum (verschiedene Formen des Team-Teaching).
 
· GL in Fördergruppen: Kinder mit ähnlichem Förderbedarf werden zusammengefasst und erhalten stundenweise zusätzliche Hilfen.
 
· GL im Einzelunterricht: Einzelne Kinder erhalten stundenweise gezielte Hilfen im Einzelunterricht.
 
Unsere Umsetzung
 · Einsatz von Verstärkerplänen (Belohnung/Visualisierung für/von positive/n Verhaltensweisen), regelmäßige Rückmeldungen an die Kinder, sowie gemeinsame Gespräche über das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten
 · Beratungsgespräche (mit den Lehrer/innen, den Eltern, den Therapeuten sowie den außerschulischen Kooperationspartnern/Bezugspersonen). So gibt es einen regelmäßigen Austausch über den jeweiligen Lern- und Entwicklungsstand der Kinder, sowie die Koordination von weiteren Fördermaßnahmen (auch außerschulisch, außerhäuslich)
 · den ständigen Austausch zwischen Klassen-/Fachlehrer und Förderschullehrern
 · Treffen der beteiligten Lehrer/innen im „Gemeinsamen Lernen“
 · Info-Abende für Eltern zu bestimmten Themen die den „Gemeinsamen Lernen“ betreffen
 · den Einbezug außerschulischer Kooperationspartner wie z.B. Ärzte, Therapeuten, Ämter, Beratungsstellen,  Sozialpädiatrisches Zentrum („SPZ“)
 
 
Voraussetzungen für die integrative Beschulung
Bei der Aufnahme von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf wird kein Förderschwerpunkt („Behinderungsart“) ausgeschlossen. Jedoch muss im Einzelfall entschieden werden, ob unsere Schule die nötigen personellen, materiellen und sächlichen Voraussetzungen erfüllt, um ein Kind angemessen fördern zu können.
Abgesehen von Fragen z.B. des Pflegeaufwands oder baulichen Voraussetzungen gibt es weitere Voraussetzungen für das GL. So muss ein Kind im GL sich so verhalten können, dass es seine eigene Entwicklung oder die der Mitschüler nicht nachhaltig stört. Zudem sollte das Kind sich wohl fühlen und keinem ständigen Leidensdruck durch Vergleich ausgesetzt sein. Es sollte annähernd an den Themen der jeweiligen Klasse mitarbeiten können, wenn auch auf seinem eigenen Niveau. Auch die ständige Notwendigkeit einer Einzelbetreuung kann die Teilnahme am GL unmöglich machen.
 
 
 
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